Ein Espresso Martini in Barqualität aus der Dose klingt einfach. Technisch ist er es nicht. Vier Partner bringen Cheers Presso auf die Straße, und außer dem Kaffee entsteht alles in Deutschland.
Warum ist echter Kaffee in der Dose so anspruchsvoll?
Weil Kaffee ein empfindliches Naturprodukt ist. Er reagiert auf Licht, Sauerstoff, Hitze und Zeit, und er muss sich mit Alkohol, Süße und Kohlensäure vertragen, ohne bitter oder flach zu werden.
Die meisten fertigen Kaffee-Cocktails umgehen dieses Problem mit Aromen. Das ist einfacher, schmeckt aber nach Kaffeearoma statt nach Kaffee. Coffee-First heißt, sich das Problem zu stellen statt es zu umgehen.
Wer entwickelt die Rezeptur?
Taste Your Brand aus Hamburg. Dort arbeiten wir mit Manuel Fischer zusammen, einem der beiden Geschäftsführer, an Aromen und Zusammensetzung.
Die Aufgabe ist Feinarbeit: Kaffee, Vodka, Süße und Säure so austarieren, dass der Drink hell und leicht bleibt und trotzdem nach Espresso schmeckt. Jede Stellschraube verschiebt das Ergebnis, und am Ende muss es sich im industriellen Maßstab reproduzieren lassen.
Was macht die Rezepturentwicklung so aufwendig?
Der Weg vom Muster zur Serie. Ein Rezept, das im Labor funktioniert, verhält sich in der Abfüllanlage anders, weil Temperatur, Druck und Verweilzeiten dazukommen.
Deshalb gehen mehrere Runden ins Land: Muster, Verkostung, Anpassung, Testabfüllung. Erst wenn die Charge aus der Anlage genauso schmeckt wie das Muster, ist die Rezeptur fertig.
Woher kommt der Kaffee in der Dose?
Der Rohkaffee ist 100 % Single Origin Premium Arabica Kaffee aus Kolumbien. In flüssige Form bringt ihn die DEK Deutsche Extrakt Kaffee GmbH in Berlin, unser Technologiepartner für den Kaffee.
DEK stellt seit 1969 flüssige Kaffee-Extrakte her, beschäftigt rund 200 Menschen am Standort Berlin und gehört zur CAFEA Group. Das Unternehmen arbeitet mit einem eigenen Frischbrühverfahren, das auch die Basis für Cold Brew bildet.
Warum braucht es dafür einen Spezialisten?
Weil aus gebrühtem Kaffee ein stabiles Extrakt werden muss, ohne dass die Aromen verloren gehen. Genau daran entscheidet sich, ob der Drink später nach Kaffee schmeckt oder nach Röstnote.
Extraktion, Konzentration und Kühlung müssen dabei zusammenpassen. Ein Betrieb, der das rund um die Uhr in gleichbleibender Qualität kann, ist der Unterschied zwischen einer guten Idee und einem Produkt, das man in Serie verkaufen kann.
Wer produziert die Dosen?
Ardagh Metal Packaging, kurz AMP. Der Hersteller liefert die Getränkedosen und bringt die Nitro-Technologie mit, die für die Crema sorgt.
AMP betreibt in Europa zwölf Produktionsstandorte und ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Bonn, in dem Testabfüllungen möglich sind. Nitro-Dosen für Cold Brew Coffee gehören dort ausdrücklich zum Portfolio.
Was macht die Nitro-Technologie in der Dose?
Sie ersetzt den Shaker. Stickstoff wird in die Dose eingebracht und löst sich im Getränk. Beim Öffnen und Einschenken entweicht er in feinsten Bläschen und bildet die dichte, samtige Crema.
Der Effekt ist derselbe, den ein Barkeeper mit Eis, Kraft und Timing erzeugt. Wie sich beides im Vergleich schlägt, steht im Artikel Dose vs. Bar.
Warum ist Stickstoff und nicht Kohlensäure die richtige Wahl?
Weil Stickstoff deutlich schlechter löslich ist als Kohlendioxid. Er bildet dadurch sehr kleine, stabile Bläschen statt spritziger Perlage.
Das Ergebnis ist cremig statt prickelnd. Beim Cold Brew Fizz ist es umgekehrt gewollt, dort sorgt Kohlensäure für den spritzigen Charakter.
Wer füllt die Dosen ab?
Die FÜLLKOPF GmbH in Steinheim-Söhnstetten auf der Schwäbischen Alb. Dort laufen alle Bestandteile zusammen und werden in die Dose gebracht.
Füllkopf füllt nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Dosen pro Jahr ab, ist IFS- und Bio-zertifiziert und arbeitet für über 110 Kunden. Abgefüllt wird in Gebinden von 150 bis 500 ml.
Was passiert bei der Abfüllung genau?
Kaffee-Extrakt, Alkohol, Wasser und die weiteren Zutaten werden nach Rezeptur zusammengeführt, der Stickstoff kommt dazu, und die Dose wird sofort verschlossen.
Der kritische Moment ist der Verschluss. Zwischen Befüllen und Zufalzen dürfen weder Sauerstoff noch Keime an das Produkt. Deshalb ist die Abfüllung kein Nebenschauplatz, sondern der Schritt, an dem die Qualität steht oder fällt.
Was heißt das für Made in Germany?
Außer dem Kaffee entsteht alles in Deutschland. Rezeptur in Hamburg, Kaffee-Extrakt in Berlin, Dose von einem europäischen Hersteller mit Entwicklungszentrum in Bonn, Abfüllung auf der Schwäbischen Alb.
Der Rohkaffee kommt aus Kolumbien, weil Kaffee nun einmal nicht in Deutschland wächst. Alles, was danach passiert, passiert hier.
Warum arbeitet ihr mit Partnern statt mit eigener Produktion?
Weil jeder dieser Schritte ein eigenes Handwerk ist. Eine Extraktanlage, eine Dosenproduktion und eine zertifizierte Abfülllinie sind drei völlig verschiedene Industrien.
Wir entscheiden über Rezeptur, Rohstoff und Qualität und arbeiten dafür mit Betrieben, die ihren Teil seit Jahrzehnten machen. Fragen zu Zutaten und Herstellung beantworten wir in den häufigen Fragen, alle Sorten findest du im Shop.
True Coffee. True Moments.